9.8.2021

Also steigert die Profitabilität und beschleunigt das Wachstum

Also hat bei der Transformation vom Reseller zum Technologie-Provider einen grossen Sprung nach vorne gemacht. Im ersten Halbjahr 2021 stieg der Umsatz um 9.7% auf EUR 5’397.6 Mio. Dabei konnten alle drei Geschäftsbereiche an Marktanteil gewinnen. Der Fokus auf das profitable Solutions- und Service-Geschäft, zusammen mit einem straffen Kostenmanagement, sorgten für eine überproportionale Zunahme des EBITDA um 24.1% auf EUR 114.6 Mio. Auf der Bottom Line kletterte der Gewinn gar um 45.1% auf EUR 65.0 Mio. Wichtigster Ertragspfeiler ist der Bereich Supply, der klassische Grosshandel mit IT, Telecom sowie Unterhaltungselektronik. Dieser profitierte vom Trend zu mehr Home-Office und steigerte den Umsatz um 9.9% auf EUR 4’120.5 Mio. Der Geschäftsbereich Solutions verbesserte mit massgeschneiderten IT-Lösungen für Reseller den Absatz um 6.9% auf EUR 1’509.1 Mio. Starker Treiber ist das kleine, jedoch hochmargige Cloud-Geschäft. Mit dem Vertrieb von IT-Hard- und -Software verbuchte es einen Wachstumsschub von 38.2% auf EUR 193.5 Mio. Einer regen Nachfrage erfreuen sich IT-as-a Service (nutzungsbasierte Kosten), Cybersecurity, Streaming wie auch KI-gestützte Anwendungen.

Das Management hat mit den Halbjahres-Resultaten den Beweis erbracht, dass die eingeschlagene Strategie funktioniert. Die Verbesserung von Umsatz und Profitabilität, zusammen mit hohen Cash Flows, schaffen eine gute Ausgangslage um die angestrebte Expansion voranzutreiben. Die Unterbewertung der Also Aktie hat sich in den letzten Monaten etwas korrigiert. Bei einem EV/EBITDA 21e von 13.6x ist der Valor aber nicht teuer.

23.9.2021

Plazza treibt Wachstumsstrategie flott voran

Mit dem Rückzug vom letzten Rekurs gegen das Projekt in Crissier erhielt Plazza diese Woche grünes Licht zur Realisierung eines neuen Quartiers auf einem Grundstück von 67‘000 m2. Geplant ist die Erstellung von über 500 Wohnungen, 16’000 m2 Geschäftsflächen, die Erstellung eines Schulgebäudes, wie auch die Abgabe einer Parzelle zum Bau eines Pflegeheims. Bei Investitionen von CHF 300 Mio wird mit einem Mietzinspotenzial von CHF 12.4 Mio gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung des Mietertrags um annähernd 50%. Der Baubeginn ist im vierten Quartal 2021. Mit dem Abschluss der ersten Etappe, rund zwei Drittel des Gesamtprojekts, ist Ende 2024 zu rechnen.

Der Zukauf von zwei Liegenschaften zum Preis von CHF 61.1 Mio (Sollmietertrag CHF 2.1 Mio) sorgte im ersten Halbjahr 2021 für eine Zunahme der Mieteinnahmen um 6.1% auf CHF 35.5 Mio. Dank einem tieferen Diskontierungssatz resultierte ein Neubewertungserfolg von CHF 35.5 Mio (VJ: CHF 18.7 Mio). Infolgedessen kletterte der EBIT um 61.4% auf CHF 45.8 Mio und der Gewinn konnte auf CHF 35.6 Mio (+63.1%) zulegen. Aufgrund der Zukäufe und Neubewertungseffekten stieg auch der Marktwert des Immobilienportfolios von CHF 733.3 Mio auf CHF 832.0 Mio. Der konsequent auf das Segment Wohnen ausgerichtete Liegenschaftsbestand (Wohnanteil 77%) erwies sich erneut als krisenresistent. Plazza blieb von den Auswirkungen von Covid-19 weitgehend unberührt. Mit einer EK-Quote von 79.2% verfügt das Unternehmen über eine starke Bilanz. Diese ermöglicht die Investitionen in die laufenden Entwicklungsprojekte aus eigener Kraft zu stemmen. Helfen werden auch die hohen Cashflows und der Erlös aus dem Verkauf von 20% der geplanten Wohnungen als Stockwerkeigentum. Ein Engagement bei Plazza verlangt Geduld. Angesichts der Wachstumsaussichten scheint der Titel mit einem P/B von 1.03x moderat bewertet.

17.9.2021

Zehnder: Förderprogramme zur Energieeffizienz befeuern die Nachfrage

Zehnder erzielte im ersten Halbjahr 2021 einen kräftigen Umsatzschub um 23% auf EUR 348.8 Mio. Starker Treiber war das Heizkörpergeschäft, das dank Nachholeffekten bei Renovierungen um 33% auf EUR 166.3 Mio zulegte. Das Lüftungsgeschäft profitierte von ambitionierten Zielen zur Senkung des Energieverbrauchs in Wohnbauten und steigerte den Umsatz um 15% auf EUR 182.5 Mio. Trotz gestiegenen Rohstoffpreisen und Engpässen in der Lieferkette erfuhr der EBIT eine Zunahme um 116% auf EUR 37.7 Mio. Grund hierfür waren neben Kostensenkungen und Effizienzsteigerungen auch Skaleneffekte aufgrund der hohen Nachfrage. Auf der Bottom-Line resultierte ein Gewinnsprung um 161% auf EUR 33.0 Mio.

Im Lüftungssegment verfolgt das Unternehmen eine Wachstumsstrategie. Hierbei werden zur Ergänzung des Portfolios und der Adressierung neuer Märkte auch Akquisitionen angestrebt. Die starke Bilanz (EK-Quote: 65%) und die hohe Nettoliquidität (EUR 110.7 Mio) bilden eine komfortable Ausgangslage, um Opportunitäten auf dem Markt wahrzunehmen und diese aus eigener Kraft zu stemmen. Die Ende April abgeschlossene Beteiligung an der chinesischen Fortuneway öffnet Zehnder den Markteintritt für Enthalpietauscher (Wärme- und Feuchterückgewinnung) in China. Die geplante Übernahme der französischen Caladair (Umsatz 2020: EUR 10.0 Mio) ergänzt das Produktportfolio um Grossgeräte für Gewerbebauten und Mehrfamilienhäuser. Vom Management wird für das Gesamtjahr ein Umsatz von EUR 680.0 Mio bis 720.0 Mio (VJ: EUR 618.0 Mio) und eine EBIT-Marge von 10% in Aussicht gestellt. Zehnder ist unseres Erachtens gut aufgestellt um von Förderprogrammen, wie beispielsweise EU «Green Deal», längerfristig zu profitieren und profitables Wachstum zu generieren. Die Aktie ist bei einem für 2021 geschätzten P/E von 18.6x eine Überlegung wert.

30.8.2021

Mobilezone hat Wachstums- und Margenpotenzial

Die Unternehmensgruppe hat mit der Restrukturierung des Deutschlandgeschäfts substanziell an Profitabilität zugelegt und die Erwartungen der Marktteilnehmer deutlich übertroffen. Sie erzielte im ersten Halbjahr ein organisches Umsatzwachstum von 9.7% auf CHF 485.5 Mio, erhöhte den EBIT markant von CHF 9.0 Mio auf CHF 32.2 Mio, verbesserte die operative Marge von 1.5% auf 6.6% und vervielfachte den Gewinn von CHF 6.9 Mio auf CHF 23.9 Mio. Überzeugt hat auch das Schweizer Retailgeschäft, das mit 123 Shops beim Erlös um 12.1% auf CHF 157.4 Mio zulegte und die operative Marge von 5.7% auf respektable 9.4% ausweitete. Starke Treiber waren die Verträge für Mobilfunk und Internet/TV (+21.3%) wie auch der um 29.8% auf CHF 11.6 Mio gestiegene Umsatz bei Zubehör. Im Marktgebiet Deutschland führte die Veräusserung des Grosshandelsgeschäfts zu einer Umsatzeinbusse von 28.7% auf CHF 326.8 Mio (organisch +4.8%). Dafür erzielte das fortgeführte Geschäft mit einem Anstieg der Marge von 0.4% auf 5.3% eine markante Verbesserung der Profitabilität. Mobilezone will dieses Momentum nutzen, um mit zusätzlichen Investitionen das Wachstum im Bereich E-Commerce zu beschleunigen. Zudem soll mit dem Fokus auf das profitable Servicegeschäft und Konvergenzprodukte die operative Marge jährlich um 20 bis 30 Basispunkte verbessert werden.

Aufgrund der Halbjahreszahlen wurde die EBIT-Prognose vom Management für das Gesamtjahr um CHF 6.0 Mio auf CHF 67.0 bis 72.0 Mio erhöht. Erfahrungemäss fällt der EBIT im zweiten Halbjahr etwa 50% höher als im ersten Halbjahr aus. Gründe hierfür sind jeweils Apple-Produktlancierungen, Black Friday und das Weihnachtsgeschäft. Deshalb erachten wir die abgegebene Prognose als vorsichtig. Bei einem geschätzten P/E 21e von 11.3x und EV/EBITDA von 8.3x ist die Aktie der Telekommunikationsexperten vorteilhaft bewertet. Zudem profitieren die Aktionäre bei der angestrebten Dividende von mehr als 60 Rappen von einer attraktiven Rendite von über 5%.