29.6.2022

Baloise: Value-Aktie überzeugt mit stetig steigender Dividende

Baloise zählt zu den Value-Aktien, die mit ihrer starken Marktposition, stetig wachsender Cashflows wie auch der soliden Kapitalausstattung (Solvenzquote SST: 220%) nachhaltig attraktive Dividenden liefern. Dem Versicherer ist es 2021 gelungen, das Prämienvolumen um 5.1% auf CHF 7.45 Mrd auszuweiten und den Gewinn kräftig um 36.2% auf CHF 583.3 Mio zu steigern. Dafür wurde den Aktionären eine um CHF 0.60 auf CHF 7.00 erhöhte Dividende ausgezahlt. Das profitable Nichtlebengeschäft erzielte eine erfreuliche Zunahme des Prämienvolumens um 6.9% auf CHF 4.06 Mrd. Trotz rekordhoher Zahlungen für Unwetterschäden (CHF 120 Mio) hielt sich der EBIT mit CHF 303.9 Mio (+0.6%) über Vorjahresniveau. Starker Gewinntreiber war das Lebengeschäft, das bei moderater Zunahme des Prämienvolumens um 3.0% auf CHF 3.39 Mrd den EBIT um markante 44.1% auf CHF 406.7 Mio verbesserte. Geholfen haben hierbei die gute Entwicklung an den Kapitalmärkten und die Entspannung im Zinsgeschäft. Zudem bewirkten Veränderungen im Produktmix, weg von Verträgen mit Zinsgarantie, hin zu fondsgebundenen Produkten, eine Verbesserung der Profitabilität.

Baloise verfolgt eine aktionärsfreundliche Dividendenstrategie. Seit 2003 schüttet sie ihren Aktionären eine gleichbleibende oder höhere Dividende aus. Diese profitierten im Schnitt der letzten fünf Jahre von einem Total Return von 8.3% (Ø 2017-2021). Die Versicherungsgruppe hat sich in der Strategie 2022-2025 das ambitionierte Ziel gesetzt, das Wachstum kräftig zu beschleunigen. Dabei sollen in vier Jahren 1.5 Mio Neukunden gewonnen, 25% mehr Barmittel generiert und davon 60 bis 80% (Ø 2017-2021: 66.1%) ausgeschüttet werden. Daran dürften die Aktionäre erneut mit einem substanziellen Anstieg der Dividende partizipieren. Wir erachten die Aktie des Versicherers aufgrund des attraktiven Risiko-Rendite-Profils, dem Kurs-Buchwert von 0.97x und der Dividendenrendite 22e von 4.8% als vorteilhaft bewertet.

19.2.2024

Berner Kantonalbank (BEKB): stetig steigende Dividende, attraktive Alternative zu Obligationen

Die BEKB erzielte im Geschäftsjahr 2023 ein starkes Wachstum des Geschäftsertrags um 9.6% auf CHF 532.3 Mio. Dank der fortschreitenden Digitalisierung und einem disziplinierten Kostenmanagement lag der Geschäftsaufwand mit CHF 254.4 Mio (-0.2%) leicht unter Vorjahr. Dies bewirkte eine kräftige Steigerung des Betriebsertrags um 40.2% auf CHF 238.9 Mio. Die von 52.5% auf 47.8% gesunkene Cost-Income-Ratio widerspiegelt die hohe Wirksamkeit der eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Rentabilität. Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden CHF 41.7 Mio zugewiesen. Damit werden die Eigenmittel gestärkt und die Ergebnisspitzen geglättet. Der Gewinn nach Steuern stieg um 9.6% auf CHF 174.9 Mio. Daraus wird eine von CHF 9.60 auf CHF 10.00 erhöhte Dividende ausgeschüttet. Dies ist die 27. Erhöhung der Dividende in Folge.

Treiber des guten Ergebnisses war das Zinsgeschäft. Vor allem dank der Normalisierung der Zinssituation stieg der Nettoerfolg um 19.4% auf CHF 376.5 Mio. Dazu beigetragen haben auch die um 4.1% auf CHF 28.8 Mrd gestiegenen Kundenausleihungen. Diese konnten weiterhin vollumfänglich durch Kundengelder und Pfandbriefdarlehen zu vorteilhaften Konditionen refinanziert werden. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich aufgrund der geringeren Kundenaktivität um 3.7% auf CHF 104.9 Mio. Im Handelsgeschäft betrug der Erfolg CHF 24.3 Mio, was einem Rückgang von 35.2% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Für das laufende Jahr erwartet die BEKB erneut ein starkes Resultat. Zudem bestätigt sie die Fortführung ihrer aktionärsfreundlichen Dividendenstrategie. Davon konnten die Aktionäre in den letzten fünf Jahren mit einer durchschnittlichen Gesamtrendite von 8.4% profitieren. Im Anlagegeschäft mit vermögenden Privatkunden sieht das Management ein interessantes Wachstumspotenzial. Um diesem Geschäft mehr Dynamik zu verleihen, wurde der ehemalige UBS-Manager Domenico Sottile zum neuen Leiter des Departements Key Clients und Asset Management ernannt. Im Zinsgeschäft rechnet die Bank nicht mit einer Senkung des Leitzinses der SNB, jedoch mit einem Anstieg der langfristigen Zinsen im Laufe des Jahres. Aufgrund der verlässlichen Zielerreichung, der nachhaltigen Dividendenpolitik und der aktuellen Dividendenrendite von 4.2% erachten wir die BEKB-Aktie als attraktive Alternative zu Obligationen.

5.2.2024

Valiant setzt Wachstumskurs ungebrochen fort

Die konsequente Umsetzung der Rentabilitäts- und Expansionsstrategie «2020-2024» zeigt zunehmend Wirkung. Die Regionalbank schloss das Geschäftsjahr 2023 mit dem besten operativen Ergebnis seit ihrer Gründung ab. Für das laufende Jahr stellt das Management weitere Steigerungen in Aussicht. Die Aktionäre können an dieser positiven Entwicklung mit einer Anhebung der Dividende von CHF 5.00 auf CHF 5.50 partizipieren.

Besonders stark entwickelte sich das Zinsgeschäft. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und der aktiven Bewirtschaftung des Swap-Portfolios erhöhte sich der Netto-Zinserfolg gegenüber dem Vorjahr um 21.5% auf CHF 407.5 Mio. Ebenso erfreulich ist die Ausweitung der Nettozinsmarge von 0.98% auf 1.19%. Geholfen hat hierbei auch das Wachstum der Ausleihungen um 3.5% auf CHF 29.7 Mia, zu dem die neu eröffneten Geschäftsstellen 57% beitrugen. Mit einer Zunahme des Erfolgs um 10.0% auf CHF 83.9 Mio bestätigte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft den positiven Trend der Vorjahre. Ebenso gelang es im Handelsgeschäft mit Devisentermingeschäften den Erfolg um 78.2% auf CHF 40.3 Mio zu steigern. Insgesamt ist es der Bank damit gelungen, ihren Geschäftsertrag um 21.7% auf CHF 545.8 Mio zu erhöhen. Dank hoher Kostendisziplin stieg der Geschäftsaufwand lediglich um 8.5% auf CHF 290 Mio. Infolgedessen konnte das Betriebsergebnis um 45.7% auf CHF 232.2 Mio zulegen. Die von 57.7% auf 51.3% gesunkene Cost-Income-Ratio widerspiegelt die substanzielle Verbesserung der Kosteneffizienz. Nach Steuern und einer Zuweisung von CHF 50 Mio an die Reserven für allgemeine Bankrisiken resultiert ein um 11.4% gestiegener Konzerngewinn von CHF 144.3 Mio.

Mit der Ende November 2023 eröffneten Geschäftsstelle in Muttenz wurde das Ziel von 14 zusätzlichen Standorten in wirtschaftsstarken Regionen ein Jahr früher als geplant erreicht. Das Geschäftsmodell «einfach Valiant» wird vom Markt positiv aufgenommen. Bis zum Erreichen der Gewinnschwelle werden für die neuen Filialen drei bis fünf Jahre veranschlagt. Die Standorte aus der ersten Expansionsphase arbeiten bereits profitabel.

Das Management ist zuversichtlich mit seinem Programm zur Steigerung der Profitabilität ab 2024 die Kosten jährlich wiederkehrend um CHF 15 Mio (2023: CHF 11 Mio) gegenüber 2021 zu senken. Zudem wird von CEO Ewald Burgener ein höherer Gewinn in Aussicht gestellt, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Das Zinsrisiko bewegt sich laut CFO Serge Laville auf tiefem Niveau. Angesichts wegfallender Restrukturierungs- und Expansionskosten erachten wir die angestrebten Ziele als erreichbar und realistisch. Aufgrund des tiefen P/B von 0.64x und des P/E 24e von 9.6x halten wir die Valiant Aktie für attraktiv bewertet. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Dividendenrendite von über 5%.

16.1.2024

Siegfried: weiter auf profitablem Wachstumskurs

Siegfried hat sich überraschend schnell vom Einbruch des margenstarken Geschäfts mit der Abfüllung des Covid-Impfstoffs erholt. Dem Pharmazulieferer gelang im ersten Halbjahr 2023 eine Umsatzsteigerung um 3.5% auf CHF 607.1 Mio (in LW +6.8%) und die Guidance für das Gesamtjahr wurde erhöht.

Das Auslaufen des Auftrags für die aseptische Abfüllung von Impfstoffen für BioNTech/Pfizer und der reduzierte Abfüllauftrag für Novavax führten erwartungsgemäss zu einem substanziellen Umsatzrückgang im Bereich Fertigarzneimittel (Drug Products) um 15.6% auf CHF 208.6 Mio. Das Geschäft mit pharmazeutischen Wirkstoffen (Drug Substances) konnte dank der anhaltend starken Nachfrage und neu akquirierter Projekte um 17.4% auf CHF 398.5 Mio zulegen und damit den Rückgang bei den Fertigarzneimitteln mehr als kompensieren. Dank der hierbei erzielten Margenverbesserung sank der Kern-EBITDA nur um 3.4% auf CHF 125.7 Mio. Die Kern-EBITDA-Marge lag mit 20.7% leicht unter den 22.2% des Vorjahres, aber deutlich über den 16.8% des Vor-Covid-Halbjahres 2019. Belastet durch negative Finanz- und Währungseffekte ging der Reingewinn um 12.9% auf CHF 55.2 Mio zurück. Aufgrund der starken Halbjahresergebnisse erhöhte Siegfried die Guidance für das Gesamtjahr beim Umsatzwachstum auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich und für die Kern-EBITDA-Marge auf über 20%.

Das Unternehmen strebt an, organisch mindestens so stark wie der CDMO-Markt (Prognose: 6% p.a.) zu wachsen. Darüber hinaus sind gezielte Akquisitionen zur Beschleunigung von Wachstum und Profitabilität sowie die Erschliessung attraktiver Marktnischen erklärte strategische Ziele. Mit dem Bau einer Grossproduktionsanlage am Standort D-Minden und Investitionen von rund CHF 100 Mio will das Unternehmen seine führende Marktposition bei Small Molecules weiter ausbauen. Die im Mai 2023 erworbene Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Biotech-Unternehmen DiNAMIQS ermöglicht Siegfried den Einstieg in den schnell wachsenden Markt der viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Nennenswerte Umsätze werden jedoch erst in drei bis fünf Jahren erwartet.

Auf Basis des P/E 24e von 23.4x handelt die Aktie mit einem hohen Abschlag zum historischen Durchschnitt von 32.3x (ø18-22) und deutlich tiefer als das Schweizer Peer Lonza (24e: 29.4x). Mit Blick auf die erfolgreich umgesetzte Wachstumsstrategie ist Siegfried eine Überlegung wert.