21.7.2021

Dottikon ES will den Umsatz erneut verdoppeln

Dem Pharmazulieferer ist es in den letzten sechs Jahren gelungen, den Umsatz mehr als zu verdoppeln. Das 2020/21 erzielte Umsatzwachstum von 25.2% auf CHF 218.9 Mio zeigt, dass die beträchtlichen Investitionen in Entwicklungs- und Produktionskapazitäten zunehmend Wirkung entfalten. Infolge unterproportional gestiegener Personalkosten (+7.5%) und Abschreibungen (+1.1%) wurde die Ertragskraft massiv verbessert. Die EBIT-Marge von 27.7% (VJ: 20.9%) verdeutlicht im Vergleich zur Peer Group (Bachem 24.0%, Lonza 20.0%, Siegfried 9.4%) die hohe Profitabilität des Unternehmens. Der Gewinn übertrifft mit CHF 52.3 Mio das Vorjahresresultat um 57.8%. Trotz rekordhoher Investitionen von CHF 52.4 Mio resultiert ein positiver freier Cashflow von CHF 7.6 Mio.

Hautaktionär und CEO Markus Blocher hat sich zum Ziel gesetzt, den Umsatz bis zum Geschäftsjahr 2026/27 zu verdoppeln. Wachstumstreiber sind neu auf den Markt gebrachte Medikamente sowie die gut gefüllte Entwicklungspipeline. Deutlich zulegen dürften auch die Aufträge innovativer Biotechfirmen, da diese oft nicht über eigene Produktionsanlagen verfügen. Um den erwarteten Nachfrageschub zu absorbieren, will Dottikon bis 2027 rund CHF 600 Mio in die Erweiterung der Kapazitäten investieren. Aufgrund der hohen Visibilität in der Pipeline und der Tatsache, dass Kunden ihren Auftragsfertiger wegen regulatorischer Hürden eher selten wechseln, erachten wir das anvisierte Wachstumsziel als realistisch.

Dank rund CHF 200 Mio frischer Mittel aus der im März abgeschlossenen Kapitalerhöhung und den hohen operativen Cashflows dürfte die Finanzierung weitgehend aus eigener Kraft stemmbar sein. Allerdings haben die Aktionäre hierbei bis 2028 auf die Ausschüttung einer Dividende zu verzichten. Kursrückschläge sind Kaufgelegenheiten.

7.7.2021

VP Bank: Basiseffekt wird für kräftigen Gewinnschub sorgen

Die Liechtensteiner Bankengruppe erlitt 2020 einen Gewinneinbruch um 43.4% auf CHF 41.6 Mio. Grund hierfür war, neben tieferen USD-Zinsen, v.a. eine einmalige Wertberichtigung auf einen Lombardkredit in der Höhe von CHF 20 Mio. Dank hoher Kostendisziplin wie auch dem leicht gestiegenen Ertrag aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft lag die Cost/Income Ratio mit 69.3% nur leicht über dem Vorjahreswert. Ein Tier 1 Ratio von 20.8% (VJ: 20.1%) reflektiert eine solide Eigenmittelausstattung und eine gute Ausgangslage für die Realisierung anstehender Projekte.

Mit Blick nach vorn will das Management in der Strategieperiode 2021-2026 ein Netto-Neugeldwachstum von mind. 4% p.a., mehr als 15 Basispunkte Gewinnmarge, ein Cost/Income Ratio von max. 70% sowie ein Tier 1 Ratio über 20% erzielen. Daraus soll 2026 ein Gewinn von CHF 100 Mio resultieren. Für das laufende Jahr verzichtet das Management auf eine Gewinnprognose und stellt stattdessen einige Wachstumsinitiativen in Aussicht. So soll die Rekrutierung zusätzlicher Kundenberater für den Zufluss neuer Geldströme sorgen. Von einer kürzlich abgeschlossenen Vereinbarung mit dem Vermögensverwalter Hywin Wealth aus Hongkong wird die Gewinnung wohlhabender Kunden in China erwartet. Ebenso ist für das zweite Halbjahr mit der Lancierung einer offenen Plattform für exklusive Privatmarktanlagen die Adressierung neuer Zielgruppen wie Versicherungen oder Pensionskassen geplant.

Bedingt durch den Basiseffekt wegfallender Einmalkosten erwarten wir 2021 einen kräftigen Gewinnsprung von rund 70% auf CHF 70.2 Mio und eine Anhebung der Dividende auf CHF 5.50. Gemessen am P/B Ratio 21e von 0.64x ist die Aktie mit einem deutlichen Abschlag zum Sektor bewertet. Hinzu kommt eine attraktive Dividendenrendite von gegen 5.0%.

31.5.2021

Vetropack schaltet einen Gang hoch

Dass Vetropack organisch und akquisitorisch stärker als der Markt wachsen will, ist seit Jahren Teil der Unternehmensstrategie. Jetzt geht es vorwärts. Die Gruppe ist mit Fokus Osteuropa mit eigenen Glaswerken und führender Marktposition erfolgreich in acht Ländern unterwegs. Im Pandemiejahr 2020 hat der Glashersteller bei einem Umsatzrückgang von 7.3% (in LW -3.5%) auf CHF 662.6 Mio weniger stark als erwartet unter dem monatelangen Lockdown der Gastronomiebetriebe gelitten. Die EBIT-Marge hielt sich mit 11.5% (2019: 12.5%) im zweistelligen Bereich. Das Konzernergebnis kletterte, dank dem Gewinn von CHF 9.1 Mio aus der Veräusserung einer nicht betriebsnotwenigen Liegenschaft, um 12.2% auf CHF 81.2 Mio.

Trotz COVID-19-bedingter Belastung des Managements und straffer Kostensenkungen wurden substanzielle Investitionen in die Expansion getätigt. Im Dezember 2020 akquirierte Vetropack ein Glaswerk in Moldawien zum Preis von CHF 42.8 Mio. Dieses erwirtschaftete 2019 mit rund 500 Mitarbeitenden einen Umsatz von EUR 40 Mio. Zudem wurden in Kroatien CHF 34.7 Mio grossmehrheitlich in eine neue Produktionsanlage für Buntglas investiert. Die Kapazitätsvergrösserung durch diese zwei Projekte schätzen wir auf 10%. Darüber hinaus soll Vetropack mit der Erstellung eines neuen Werks in Italien vom Nettoimporteur zum Nettoexporteur werden. Bei einem Investitionsbedarf von rund CHF 200 Mio ist die Inbetriebnahme für Anfang 2023 geplant. Angesichts der soliden Bilanz, mit einer Eigenkapitalquote von 77%, rund CHF 60 Mio Nettoliquidität und hoher operativer Cashflows, dürfte die Finanzierung gut aus eigener Kraft zu stemmen sein.

Aufgrund der erweiterten Kapazitäten dürfte der Umsatz im laufenden Jahr deutlich zunehmen. Hingegen kann die EBIT-Marge wegen gestiegener Energie- und Transportkosten etwas tiefer ausfallen. Bei einem geschätzten P/E 21 von 15.6x ist die Aktie eine Überlegung wert.

11.5.2021

VZ Holding setzt Wachstumsstory fort

Der Finanzgruppe VZ Holding ist es selbst im Pandemiejahr 2020 gelungen, ihren Gesamtertrag um 8.9% auf CHF 328.7 Mio zu steigern. Dies ist seit dem IPO die 13. Erhöhung in Folge. Der Gewinn kletterte gar um 14.9% auf CHF 117.5 Mio. Geholfen hat hierbei, neben der Erhöhung des Freibetrags durch die SNB, vor allem die tiefere Steuerquote. Den Grossteil des Ertrags generierten die Managementgebühren auf verwaltete Vermögen in der Höhe von CHF 205.3 Mio (2019: CHF 188.5 Mio). Zentraler Treiber des VZ Geschäftsmodells ist die Jahr für Jahr aufgestockte Anzahl «Front-end Consultants» mit Beratungsleistungen für die Vermögens- und Pensionsplanung, verbunden mit dem Ziel, die Kunden in die Vermögensverwaltung zu transferieren. Trotz zeitweiser Einschränkungen durch die COVID-Massnahmen generierten die 172 Berater beim Netto-Neugeld ein Wachstum von beachtlichen 18.4% auf CHF 3.2 Mrd. CEO und Mehrheitsaktionär Matthias Reinhard richtet den Blick zuversichtlich nach vorne und stellt für das laufende Jahr ein ungebrochenes Wachstum bei etwa gleichbleibender Gewinnmarge in Aussicht. Diese ambitiöse Prognose basiert auf der steigenden Anzahl vor der Pensionierung stehenden Erwerbstätigen wie auch dem weiteren Ausbau der Beratungskapazität. Zudem ist die Eröffnung von zwei zusätzlichen Niederlassungen geplant. Das krisenresistente Geschäftsmodell, gepaart mit einer hohen Visibilität, macht die VZ Aktie für den Anleger interessant. Angesichts der stattlichen Bewertung scheint es jedoch angezeigt, Kursrückschläge für den Einstieg zu nutzen.