24.1.2022

Vetropack: Der Marktführer akquiriert und baut Kapazitäten aus – finanziert aus Netto-Cash und kräftig sprudelnden Cashflows

Der Hersteller von Verpackungsglas ist in acht Ländern mit eigenen Glaswerken und führender Marktposition erfolgreich aufgestellt. Das Unternehmen erzielte im 1. Halbjahr 2021 ein kräftiges Umsatzwachstum von 23.3% auf CHF 399.2 Mio. Ein starker Treiber waren die wieder geöffneten Gastronomiebetriebe. Rund CHF 23 Mio (7.1%) trug das Ende 2020 in Moldawien zum Preis von CHF 42.8 Mio akquirierte Glaswerk bei. Aufgrund gestiegener Kosten für Energie, Rohstoffe und Transport konnte der EBIT lediglich um 13.4% auf CHF 46.6 Mio zulegen. Die EBIT-Marge hielt sich mit 11.7% (VJ: 12.6%) auf gutem Niveau im zweistelligen Bereich. Der Gewinn fiel mit CHF 40.4 Mio rund 13% tiefer als im Vorjahr aus. Grund hierfür war der Wegfall des 2020 beim Verkauf einer Immobilie verbuchten Gewinns von CHF 11.7 Mio. Wie gewohnt auf hohem Niveau erreichte der operative Cash-Flow CHF 83.7 Mio (VJ: CHF 75.5 Mio). Vetropack verfügt mit einer Eigenkapitalquote von 75.4%, CHF 47.8 Mio Nettoliquidität sowie kräftiger operativer Cashflows über eine robuste finanzielle Basis. Diese gestattet, Opportunitäten auf dem Markt zu nutzen und auch grössere Investitionen, wie das in Italien in Bau befindliche Glaswerk (Inbetriebnahme: 2023, Investition: EUR 200 Mio) aus eigener Kraft zu finanzieren. Vetropack stellte für das 2. Halbjahr 2021 einen vergleichbaren Umsatz zur ersten Jahreshälfte in Aussicht. Trotz Druck auf die EBIT-Marge dürfte das operative Ergebnis für das Gesamtjahr jedoch deutlich höher als im Vorjahr ausfallen.

Für das angelaufene Geschäftsjahr 2022 erwarten wir, dass mit Abflauen der Pandemie die Gäste wieder scharenweise in die Biergärten strömen und die Nachfrage für Verpackungsglas substanziell anziehen wird. Dank starker Marktposition dürfte Vetropack auch in der Lage sein, die Verkaufspreise den höheren Inputkosten anzupassen. Basierend auf diesen Annahmen rechnen wir für das Jahr 2022 mit einem Umsatz von CHF 850 Mio, bei einer EBIT-Marge von 11.9% und einem Reingewinn von CHF 86.8 Mio. Die Aktie Vetropack ist bei einem P/E 22e von 12.2x im Vergleich zum 5-Jahres-Durchschnitt von 14.6x vorteilhaft bewertet.

19.2.2024

Berner Kantonalbank (BEKB): stetig steigende Dividende, attraktive Alternative zu Obligationen

Die BEKB erzielte im Geschäftsjahr 2023 ein starkes Wachstum des Geschäftsertrags um 9.6% auf CHF 532.3 Mio. Dank der fortschreitenden Digitalisierung und einem disziplinierten Kostenmanagement lag der Geschäftsaufwand mit CHF 254.4 Mio (-0.2%) leicht unter Vorjahr. Dies bewirkte eine kräftige Steigerung des Betriebsertrags um 40.2% auf CHF 238.9 Mio. Die von 52.5% auf 47.8% gesunkene Cost-Income-Ratio widerspiegelt die hohe Wirksamkeit der eingeleiteten Massnahmen zur Verbesserung der Rentabilität. Den Reserven für allgemeine Bankrisiken wurden CHF 41.7 Mio zugewiesen. Damit werden die Eigenmittel gestärkt und die Ergebnisspitzen geglättet. Der Gewinn nach Steuern stieg um 9.6% auf CHF 174.9 Mio. Daraus wird eine von CHF 9.60 auf CHF 10.00 erhöhte Dividende ausgeschüttet. Dies ist die 27. Erhöhung der Dividende in Folge.

Treiber des guten Ergebnisses war das Zinsgeschäft. Vor allem dank der Normalisierung der Zinssituation stieg der Nettoerfolg um 19.4% auf CHF 376.5 Mio. Dazu beigetragen haben auch die um 4.1% auf CHF 28.8 Mrd gestiegenen Kundenausleihungen. Diese konnten weiterhin vollumfänglich durch Kundengelder und Pfandbriefdarlehen zu vorteilhaften Konditionen refinanziert werden. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft reduzierte sich aufgrund der geringeren Kundenaktivität um 3.7% auf CHF 104.9 Mio. Im Handelsgeschäft betrug der Erfolg CHF 24.3 Mio, was einem Rückgang von 35.2% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Für das laufende Jahr erwartet die BEKB erneut ein starkes Resultat. Zudem bestätigt sie die Fortführung ihrer aktionärsfreundlichen Dividendenstrategie. Davon konnten die Aktionäre in den letzten fünf Jahren mit einer durchschnittlichen Gesamtrendite von 8.4% profitieren. Im Anlagegeschäft mit vermögenden Privatkunden sieht das Management ein interessantes Wachstumspotenzial. Um diesem Geschäft mehr Dynamik zu verleihen, wurde der ehemalige UBS-Manager Domenico Sottile zum neuen Leiter des Departements Key Clients und Asset Management ernannt. Im Zinsgeschäft rechnet die Bank nicht mit einer Senkung des Leitzinses der SNB, jedoch mit einem Anstieg der langfristigen Zinsen im Laufe des Jahres. Aufgrund der verlässlichen Zielerreichung, der nachhaltigen Dividendenpolitik und der aktuellen Dividendenrendite von 4.2% erachten wir die BEKB-Aktie als attraktive Alternative zu Obligationen.

5.2.2024

Valiant setzt Wachstumskurs ungebrochen fort

Die konsequente Umsetzung der Rentabilitäts- und Expansionsstrategie «2020-2024» zeigt zunehmend Wirkung. Die Regionalbank schloss das Geschäftsjahr 2023 mit dem besten operativen Ergebnis seit ihrer Gründung ab. Für das laufende Jahr stellt das Management weitere Steigerungen in Aussicht. Die Aktionäre können an dieser positiven Entwicklung mit einer Anhebung der Dividende von CHF 5.00 auf CHF 5.50 partizipieren.

Besonders stark entwickelte sich das Zinsgeschäft. Aufgrund des gestiegenen Zinsniveaus und der aktiven Bewirtschaftung des Swap-Portfolios erhöhte sich der Netto-Zinserfolg gegenüber dem Vorjahr um 21.5% auf CHF 407.5 Mio. Ebenso erfreulich ist die Ausweitung der Nettozinsmarge von 0.98% auf 1.19%. Geholfen hat hierbei auch das Wachstum der Ausleihungen um 3.5% auf CHF 29.7 Mia, zu dem die neu eröffneten Geschäftsstellen 57% beitrugen. Mit einer Zunahme des Erfolgs um 10.0% auf CHF 83.9 Mio bestätigte das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft den positiven Trend der Vorjahre. Ebenso gelang es im Handelsgeschäft mit Devisentermingeschäften den Erfolg um 78.2% auf CHF 40.3 Mio zu steigern. Insgesamt ist es der Bank damit gelungen, ihren Geschäftsertrag um 21.7% auf CHF 545.8 Mio zu erhöhen. Dank hoher Kostendisziplin stieg der Geschäftsaufwand lediglich um 8.5% auf CHF 290 Mio. Infolgedessen konnte das Betriebsergebnis um 45.7% auf CHF 232.2 Mio zulegen. Die von 57.7% auf 51.3% gesunkene Cost-Income-Ratio widerspiegelt die substanzielle Verbesserung der Kosteneffizienz. Nach Steuern und einer Zuweisung von CHF 50 Mio an die Reserven für allgemeine Bankrisiken resultiert ein um 11.4% gestiegener Konzerngewinn von CHF 144.3 Mio.

Mit der Ende November 2023 eröffneten Geschäftsstelle in Muttenz wurde das Ziel von 14 zusätzlichen Standorten in wirtschaftsstarken Regionen ein Jahr früher als geplant erreicht. Das Geschäftsmodell «einfach Valiant» wird vom Markt positiv aufgenommen. Bis zum Erreichen der Gewinnschwelle werden für die neuen Filialen drei bis fünf Jahre veranschlagt. Die Standorte aus der ersten Expansionsphase arbeiten bereits profitabel.

Das Management ist zuversichtlich mit seinem Programm zur Steigerung der Profitabilität ab 2024 die Kosten jährlich wiederkehrend um CHF 15 Mio (2023: CHF 11 Mio) gegenüber 2021 zu senken. Zudem wird von CEO Ewald Burgener ein höherer Gewinn in Aussicht gestellt, ohne eine konkrete Zahl zu nennen. Das Zinsrisiko bewegt sich laut CFO Serge Laville auf tiefem Niveau. Angesichts wegfallender Restrukturierungs- und Expansionskosten erachten wir die angestrebten Ziele als erreichbar und realistisch. Aufgrund des tiefen P/B von 0.64x und des P/E 24e von 9.6x halten wir die Valiant Aktie für attraktiv bewertet. Nicht zu vernachlässigen ist auch die Dividendenrendite von über 5%.

16.1.2024

Siegfried: weiter auf profitablem Wachstumskurs

Siegfried hat sich überraschend schnell vom Einbruch des margenstarken Geschäfts mit der Abfüllung des Covid-Impfstoffs erholt. Dem Pharmazulieferer gelang im ersten Halbjahr 2023 eine Umsatzsteigerung um 3.5% auf CHF 607.1 Mio (in LW +6.8%) und die Guidance für das Gesamtjahr wurde erhöht.

Das Auslaufen des Auftrags für die aseptische Abfüllung von Impfstoffen für BioNTech/Pfizer und der reduzierte Abfüllauftrag für Novavax führten erwartungsgemäss zu einem substanziellen Umsatzrückgang im Bereich Fertigarzneimittel (Drug Products) um 15.6% auf CHF 208.6 Mio. Das Geschäft mit pharmazeutischen Wirkstoffen (Drug Substances) konnte dank der anhaltend starken Nachfrage und neu akquirierter Projekte um 17.4% auf CHF 398.5 Mio zulegen und damit den Rückgang bei den Fertigarzneimitteln mehr als kompensieren. Dank der hierbei erzielten Margenverbesserung sank der Kern-EBITDA nur um 3.4% auf CHF 125.7 Mio. Die Kern-EBITDA-Marge lag mit 20.7% leicht unter den 22.2% des Vorjahres, aber deutlich über den 16.8% des Vor-Covid-Halbjahres 2019. Belastet durch negative Finanz- und Währungseffekte ging der Reingewinn um 12.9% auf CHF 55.2 Mio zurück. Aufgrund der starken Halbjahresergebnisse erhöhte Siegfried die Guidance für das Gesamtjahr beim Umsatzwachstum auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich und für die Kern-EBITDA-Marge auf über 20%.

Das Unternehmen strebt an, organisch mindestens so stark wie der CDMO-Markt (Prognose: 6% p.a.) zu wachsen. Darüber hinaus sind gezielte Akquisitionen zur Beschleunigung von Wachstum und Profitabilität sowie die Erschliessung attraktiver Marktnischen erklärte strategische Ziele. Mit dem Bau einer Grossproduktionsanlage am Standort D-Minden und Investitionen von rund CHF 100 Mio will das Unternehmen seine führende Marktposition bei Small Molecules weiter ausbauen. Die im Mai 2023 erworbene Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Biotech-Unternehmen DiNAMIQS ermöglicht Siegfried den Einstieg in den schnell wachsenden Markt der viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Nennenswerte Umsätze werden jedoch erst in drei bis fünf Jahren erwartet.

Auf Basis des P/E 24e von 23.4x handelt die Aktie mit einem hohen Abschlag zum historischen Durchschnitt von 32.3x (ø18-22) und deutlich tiefer als das Schweizer Peer Lonza (24e: 29.4x). Mit Blick auf die erfolgreich umgesetzte Wachstumsstrategie ist Siegfried eine Überlegung wert.