26.4.2021

Zuger Kantonalbank: Vermögensverwaltung als Wachstumstreiber

Am 1. März 2021 übernahm Hanspeter Rhyner als CEO die Führung der Zuger KB. Ihm eilt der Ruf voraus, als ehemaliger Chef der Glarner KB, diese erfolgreich zur digitalsten Bank der Schweiz umgebaut zu haben. Demzufolge wird wohl von ihm in Zug erwartet, die Digitalisierung im Front Desk wie auch die Lancierung innovativer Online-Angebote zügig voranzutreiben. Ein Blick auf das Jahresergebnis 2020 zeigt, dass die Bank operativ gut aufgestellt ist. Wichtigster Ertragspfeiler ist mit einem Anteil von zwei Dritteln das Zinsdifferenzgeschäft. Trotz zunehmendem Druck auf die Marge fiel der Zinsüberschuss mit CHF 148.9 Mio (+0.9%) leicht grösser als im Vorjahr aus. Geholfen hat hierbei die Erhöhung des Freibetrages durch die SNB. Starke Wirkung zeigten die ergriffenen Wachstumsinitiativen im Vermögensverwaltungsgeschäft. Die betreuten Depotgelder stiegen um 5.7% auf CHF 13.4 Mrd.  Der Nettoneugeldzufluss belief sich auf CHF 357 Mio. Dies führte zu einer Zunahme des Erfolgs aus Kommissionen und Dienstleistungen um beachtliche 10.8% auf CHF 54.4 Mio. Im Peer-Group-Vergleich mit den kotierten Kantonalbanken überzeugt die Zuger KB in Sachen Effizienz mit dem besten Cost-Income-Ratio von 47.2%. Obwohl die Abgeltung für die Staatsgarantie (CHF3.2 Mio) neu als Aufwand verbucht wird, fiel der Gewinn mit CHF 74.8 Mio beinahe unverändert zu den beiden Vorjahren aus. Bei einer Kernkapitalquote von 18.1% ist die Bank genügend stark kapitalisiert, um analog zu den Vorjahren fast den gesamten Reingewinn auszuschütten, was sich für die Aktionäre in einer attraktiven Rendite von 3.2% niederschlägt.

19.10.2021

Zuger KB: Neupositionierung zeigt starke Wirkung

Mit dem Ziel, die starke Abhängigkeit vom Zinsdifferenzgeschäft zu reduzieren, hat die Zuger KB in der jüngsten Vergangenheit ihr Anlagegeschäft konsequent neu positioniert. Die ergriffenen Massnahmen erzielten im ersten Halbjahr 2021 eine überraschend starke Wirkung. Die betreuten Depotvermögen stiegen seit Jahresbeginn um beachtliche 12.6% auf CHF 15.1 Mrd. Hierzu beigetragen hat, neben einer positiven Performance der Aktienmärkte, auch der kräftige Zufluss von CHF 459.6 Mio (+30.3%) Nettoneugeld. Aufgrund höherer Depotvolumen, einer guten Performance der eigenen Fonds (Volumen: >CHF 900 Mio), wie auch vermehrter Kundenaktivitäten konnte der Erfolg aus dem Kommissionsgeschäft um 17.7% auf CHF 30.5 Mio zulegen. Dadurch verbesserte sich der Anteil der Vermögensverwaltung am Gesamtertrag von 23.6% auf 26.5%.

Stärkster Ertragspfeiler ist das Zinsdifferenzgeschäft mit einem Anteil von zwei Dritteln. Trotz anhaltendem Druck auf die Marge fiel der Zinsüberschuss mit CHF 74.7 Mio (+1.5%) leicht höher als im Vorjahr aus. Geholfen hat hierbei die aktive Bewirtschaftung der SNB-Freigrenze, was zu einer Halbierung des Zinsaufwands führte. Im Peer-Group-Vergleich kotierter Kantonalbanken überzeugt die Zuger KB in Sachen Effizienz mit einem der besten Cost-Income-Ratios von 47.3%. Nach Dotierung der Reserven für allgemeine Bankrisiken mit CHF 10.8 Mio (VJ: CHF 8.5 Mio) resultierte ein zum Vorjahr praktisch unveränderter Halbjahresgewinn von CHF 37.4 Mio.

Am 1. März 2021 übernahm Hanspeter Rhyner die Führung der Bank. Ihm eilt der Ruf voraus, als ehemaliger CEO der Glarner KB diese erfolgreich zur digitalsten Bank der Schweiz umgebaut zu haben. Entsprechend wird von ihm erwartet, dass er mit einer attraktiven Produktpalette und der Digitalisierung im Front Desk das Anlagegeschäft erfolgreich vorantreiben wird. Kursrückschläge sind Kaufgelegenheiten der 3.3% rentierenden Aktie.

7.10.2021

Kardex: Prall gefüllte Auftragsbücher werden für Umsatzbeschleunigung sorgen

Die Lagerlogistikerin hat im ersten Halbjahr aufgrund von Lieferengpässen mit einem Umsatz von EUR 207.1 Mio (-0.3%) das Vorjahresniveau knapp verfehlt. Dagegen trieben Nachholeffekte den Auftragseingang um 51.2% auf rekordhohe EUR 302.5 Mio. Der Auftragsbestand von EUR 313.4 Mio (Book-to-Bill Ratio 1.51x) dürfte in der zweiten Jahreshälfte für eine kräftige Umsatzbeschleunigung sorgen. Aufgrund von weniger COVID-19 Restriktionen stieg der Umsatz im margenstarken Service-Geschäft von EUR 69.8 Mio auf EUR 76.2 Mio. Infolgedessen konnte Kardex auch die EBIT-Marge von 11.5% auf 13% verbessern und den Reingewinn um 14.6% auf EUR 19.6 Mio steigern.

Kardex ist mit einer EK-Quote von 56.7% und einem Netto Cash Bestand von EUR 121.0 Mio solide finanziert, um akquisitorische Opportunitäten zu nutzen und Wachstumsinitiativen voranzutreiben. Der grösseren Division Remstar (Umsatzanteil 80.5%) gelang es im 1. Halbjahr, den Auftragseingang im Neugeschäft um beachtliche 66.4% zu steigern. Treiber sind der Trend zur Automatisierung und der Neueinstieg mittelständischer Unternehmen in den Online-Versandhandel. Die im 4. Quartal geplante Inbetriebnahme eines neuen Werks in den USA dürfte neben einer Vergrösserung der Kapazität auch zu einer substanziellen Effizienzverbesserung führen. In der Division Mlog führten Grossaufträge von Bestandskunden zu einem 66.6% höheren Auftragseingang. Bei mehr als 1000 installierten Hochregallagern und 2500 Regalbediengeräten ist weiterhin mit einem hohen Modernisierungs- und Erweiterungspotenzial zu rechnen. Fazit: Neben den positiven Aussichten auf der Nachfrageseite bleibt die Ungewissheit von Engpässen in der Lieferkette. Es empfiehlt sich, etappiert bei Kursschwächen zu investieren.

23.9.2021

Plazza treibt Wachstumsstrategie flott voran

Mit dem Rückzug vom letzten Rekurs gegen das Projekt in Crissier erhielt Plazza diese Woche grünes Licht zur Realisierung eines neuen Quartiers auf einem Grundstück von 67‘000 m2. Geplant ist die Erstellung von über 500 Wohnungen, 16’000 m2 Geschäftsflächen, die Erstellung eines Schulgebäudes, wie auch die Abgabe einer Parzelle zum Bau eines Pflegeheims. Bei Investitionen von CHF 300 Mio wird mit einem Mietzinspotenzial von CHF 12.4 Mio gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung des Mietertrags um annähernd 50%. Der Baubeginn ist im vierten Quartal 2021. Mit dem Abschluss der ersten Etappe, rund zwei Drittel des Gesamtprojekts, ist Ende 2024 zu rechnen.

Der Zukauf von zwei Liegenschaften zum Preis von CHF 61.1 Mio (Sollmietertrag CHF 2.1 Mio) sorgte im ersten Halbjahr 2021 für eine Zunahme der Mieteinnahmen um 6.1% auf CHF 35.5 Mio. Dank einem tieferen Diskontierungssatz resultierte ein Neubewertungserfolg von CHF 35.5 Mio (VJ: CHF 18.7 Mio). Infolgedessen kletterte der EBIT um 61.4% auf CHF 45.8 Mio und der Gewinn konnte auf CHF 35.6 Mio (+63.1%) zulegen. Aufgrund der Zukäufe und Neubewertungseffekten stieg auch der Marktwert des Immobilienportfolios von CHF 733.3 Mio auf CHF 832.0 Mio. Der konsequent auf das Segment Wohnen ausgerichtete Liegenschaftsbestand (Wohnanteil 77%) erwies sich erneut als krisenresistent. Plazza blieb von den Auswirkungen von Covid-19 weitgehend unberührt. Mit einer EK-Quote von 79.2% verfügt das Unternehmen über eine starke Bilanz. Diese ermöglicht die Investitionen in die laufenden Entwicklungsprojekte aus eigener Kraft zu stemmen. Helfen werden auch die hohen Cashflows und der Erlös aus dem Verkauf von 20% der geplanten Wohnungen als Stockwerkeigentum. Ein Engagement bei Plazza verlangt Geduld. Angesichts der Wachstumsaussichten scheint der Titel mit einem P/B von 1.03x moderat bewertet.