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16.1.2024

Siegfried: weiter auf profitablem Wachstumskurs

Siegfried hat sich überraschend schnell vom Einbruch des margenstarken Geschäfts mit der Abfüllung des Covid-Impfstoffs erholt. Dem Pharmazulieferer gelang im ersten Halbjahr 2023 eine Umsatzsteigerung um 3.5% auf CHF 607.1 Mio (in LW +6.8%) und die Guidance für das Gesamtjahr wurde erhöht.

Das Auslaufen des Auftrags für die aseptische Abfüllung von Impfstoffen für BioNTech/Pfizer und der reduzierte Abfüllauftrag für Novavax führten erwartungsgemäss zu einem substanziellen Umsatzrückgang im Bereich Fertigarzneimittel (Drug Products) um 15.6% auf CHF 208.6 Mio. Das Geschäft mit pharmazeutischen Wirkstoffen (Drug Substances) konnte dank der anhaltend starken Nachfrage und neu akquirierter Projekte um 17.4% auf CHF 398.5 Mio zulegen und damit den Rückgang bei den Fertigarzneimitteln mehr als kompensieren. Dank der hierbei erzielten Margenverbesserung sank der Kern-EBITDA nur um 3.4% auf CHF 125.7 Mio. Die Kern-EBITDA-Marge lag mit 20.7% leicht unter den 22.2% des Vorjahres, aber deutlich über den 16.8% des Vor-Covid-Halbjahres 2019. Belastet durch negative Finanz- und Währungseffekte ging der Reingewinn um 12.9% auf CHF 55.2 Mio zurück. Aufgrund der starken Halbjahresergebnisse erhöhte Siegfried die Guidance für das Gesamtjahr beim Umsatzwachstum auf einen mittleren einstelligen Prozentbereich und für die Kern-EBITDA-Marge auf über 20%.

Das Unternehmen strebt an, organisch mindestens so stark wie der CDMO-Markt (Prognose: 6% p.a.) zu wachsen. Darüber hinaus sind gezielte Akquisitionen zur Beschleunigung von Wachstum und Profitabilität sowie die Erschliessung attraktiver Marktnischen erklärte strategische Ziele. Mit dem Bau einer Grossproduktionsanlage am Standort D-Minden und Investitionen von rund CHF 100 Mio will das Unternehmen seine führende Marktposition bei Small Molecules weiter ausbauen. Die im Mai 2023 erworbene Mehrheitsbeteiligung am Schweizer Biotech-Unternehmen DiNAMIQS ermöglicht Siegfried den Einstieg in den schnell wachsenden Markt der viralen Vektoren für Zell- und Gentherapien. Nennenswerte Umsätze werden jedoch erst in drei bis fünf Jahren erwartet.

Auf Basis des P/E 24e von 23.4x handelt die Aktie mit einem hohen Abschlag zum historischen Durchschnitt von 32.3x (ø18-22) und deutlich tiefer als das Schweizer Peer Lonza (24e: 29.4x). Mit Blick auf die erfolgreich umgesetzte Wachstumsstrategie ist Siegfried eine Überlegung wert.

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3.12.2025

Dottikon ES: überzeugendes Halbjahresergebnis und starker Wachstumsschub in Sicht

Die Herstellerin von Pharmawirkstoffen erzielte im ersten Geschäftshalbjahr 2025/2026 ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 24.9% auf CHF 196.1 Mio. Wesentlich hierzu beigetragen haben die vier neuen Wirkstofftrocknungsanlagen, die nach behördlicher Abnahme sukzessive hochgefahren wurden. Zusätzlich profitierte Dottikon ES von Vorbezügen einzelner Kunden im Zusammenhang mit Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik.

Da der Personalaufwand mit CHF 50.7 Mio (+9.2%) deutlich weniger stark zunahm als der Umsatz, stieg der EBITDA überproportional um 45.4% auf CHF 69.3 Mio. Der EBIT legte um 50.0% auf CHF 56.0 Mio zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 23.8% auf 28.6% – ein im Sektorvergleich überdurchschnittlicher Wert (Bachem 21.4%, Lonza 17.3%, Siegfried 14.5%). Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresgewinn CHF 47.6 Mio (+47.7%).

CEO Markus Blocher sieht das Unternehmen gut auf Kurs, die bis 2026 angestrebte Verdoppelung der Produktionskapazitäten zu erreichen. Starker Wachstumstreiber ist hierbei die neue Mehrzweckanlage für die Grossmengenproduktion von Pharmawirkstoffen. Zurzeit läuft die Inbetriebnahme der ersten Produktionslinie zur Qualifizierung der Anlagen und Validierung der Herstellprozesse. Nach erfolgreicher Zertifizierung werden die vier Linien schrittweise bis Ende 2026 Jahr hochgefahren. Da die Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe in der Regel mehrere Monate benötig, wird sich der Produktionsausbau im Ergebnis des laufenden Geschäftsjahrs allerdings noch nicht niederschlagen.

Das Management bestätigte, dass die neuen Kapazitäten in erster Linie dazu dienen, den bestehenden Nachfrageüberhang abzubauen und mit bereits vorliegenden Aufträgen ausgelastet werden. Den laufenden US-Zollverhandlung sieht das Unternehmen gelassen entgegen, da ein möglicher Zoll auf Wirkstoffe von 10% sich lediglich mit 0.5% bis 2.0% auf die Medikamentenkosten auswirke. Zudem bedarf die Erstellung und Qualifizierung einer neuen Wirkstoffanlage vor Ort eine Vorlaufzeit von sechs bis zehn Jahren, wodurch kurzfristige Verlagerungen kaum realistisch sind.

Dottikon ES ist ein Unternehmen mit starker Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie hoher Cashflows aus Betriebstätigkeit. Zwecks Finanzierung der Erweiterungsinvestitionen wird konsequent auf eine Dividendenausschüttung verzichtet. Unseres Erachtens ist Dottikon ES mit einem geschätzten P/E 25/26e von 32.4x eine attraktive Wachstumsaktie.

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3.10.2025

Plazza: Fokus auf Wohnimmobilien – mit zuverlässiger Wachstumsstrategie

Das durch Abspaltung aus dem Mischkonzern Conzzeta entstandene Immobilienunternehmen überzeugt durch ein attraktives Portfolio an Entwicklungsliegenschaften, eine starke Eigenkapitalbasis und dynamisches Wachstum. Nach dem Börsengang konnte Plazza von 2016 bis 2024 den Liegenschaftenertrag von CHF 14.8 Mio auf 33.0 Mio mehr als zu verdoppeln und das Eigenkapital je Aktie von CHF 256 auf 360 steigern. Mit einer Eigenkapital-Quote von 60.9% und lediglich 25.1% verzinslichem Fremdkapital verfügt das Unternehmen über eine ausserordentlich solide Finanzierungsbasis. Damit ist Plazza in der Lage, Marktchancen flexibel zu nutzen und Entwicklungsprojekte ohne Kapitalerhöhung zu realisieren.

Im ersten Halbjahr 2025 trug die Fertigstellung der ersten Bauetappe in Crissier zu einem Anstieg des Liegenschaftenertrags um 31.9% auf CHF 19.7 Mio bei. Rund 85% der Mieterträge stammen aus dem Segment Wohnen, mit Schwerpunk auf zentrumsnahen Lagen in Zürich und Lausanne. Dank tieferen Diskontierungssätzen sowie höheren Ertragserwartungen resultierte ein Neubewertungserfolg von CHF 19.4 Mio (VJ: 14.5 Mio), während das EBIT um 36.5% auf CHF 35.2 Mio zulegte. Der Gewinn stieg um 23.5% auf CHF 25.3 Mio.

Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Plazza unverändert ein Wachstum des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen und Neubewertungen von 10-15% (VJ: CHF 26.2 Mio). Langfristig strebt das Unternehmen mit drei Entwicklungsliegenschaften bis Ende des Jahrzehnts eine Ausweitung des Liegenschaftenertrags auf über CHF 55 Mio (2025: 39 Mio erwartet) an.

  • Affoltern am Albis: Die Baugenehmigung ist erteilt, der Baubeginn für 2026 geplant. Bei Investitionen von CHF 65-75 Mio wird für 92 Wohnungen mit einem Mietzinspotenzial von >CHF 3 Mio gerechnet.
  • Regensdorf: Auf dem ehemaligen Industriegebiet nördlich des Bahnhofs ist von 250 Wohnungen, bei Investitionen von CHF 220-240 Mio ein Mieterlös von >CHF 9 Mio zu erwarten. Der Gestaltungsplan wurde genehmigt. Das Management ist zuversichtlich, im kommenden Jahr mit Erteilung der Baubewilligung starten zu können.
  • Crissier: Der Baubeginn der zweiten Etappe ist auf frühesten 2028 zurückgestellt. Bei Investitionen von CHF 75-85 Mio und einer Stockwerkeigentumsquote von etwa 20% liegt das Mietzinspotenzial bei CHF 4 Mio.
  • Zürich: Von der bereits angelaufenen Kernsanierung der 466 Wohnungen der Bestandesliegenschaften «Im Tiergarten», mit Investitionen von CHF 120 Mio, ist eine Zunahme des Mietertrags um etwa 3% der getätigten Investitionen zu erwarten.

Plazza kombiniert ein robustes Geschäftsmodell mit einer klaren Wachstumsperspektive und ist damit insbesondere für langfristig orientierte Investoren interessant. Mit einem für 2026 geschätzten Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1.0x notiert die Aktie nahe am Buchwert – ein Hinweis auf eine faire Bewertung mit zusätzlichem Upside-Potenzial.

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16.9.2025

Medacta liefert starke Ergebnisse – schraubt Wachstumsziel nach oben

Das seit 2019 an der SIX kotierte Orthopädieunternehmen überzeugt mit einem regelmässig deutlich über dem Marktdurchschnitt liegenden Wachstum. Treiber dieser Entwicklung sind präzise auf die Anatomie der Patienten abgestimmte Implantate sowie ein umfassendes Fortbildungsprogramm, das Chirurgen in minimalinvasiven Operationstechniken schult.

Im ersten Halbjahr 2025 steigerte Medacta den Umsatz um 19.8% auf EUR 344.1 Mio. Dank Skaleneffekten, höherer Effizienz und gesenkter Vertriebskosten legte das bereinigte EBITDA überproportional um 27.5% auf EUR 98.8 Mio zu. Die EBITDA-Marge verbesserte sich damit von 26.9% auf 29.6%. Der Reingewinn sprang um 58.0% auf EUR 60.0 Mio, was neben dem starken operativen Ergebnis auch auf einen vorläufigen Gewinn aus dem vorteilhaften Kaufpreis der Parcus-Medical zurückzuführen ist.

Alle Geschäftsbereiche trugen mit zweistelligen Wachstumsraten zum erfreulichen Ergebnis bei.

  • Hüfte: Der Umsatz stieg um 11.5% auf EUR 137.0 Mio. Wesentlicher Treiber war die Amis-Plattform (Anterior Minimally Invasive Surgery), die durch ihren muskelschonenden, minimal-invasiven Zugang eine schnellere Rehabilitation nach der Operation ermöglicht.
  • Knie: Dieser Bereich erzielte ein kräftiges Wachstum von 23.8% auf EUR 143.0 Mio. Dies ist vor allem der zunehmenden Verbreitung der Myka-Technologieplattform zuzuschreiben, deren Knieimplantat mit individueller Anpassung an die Patienten die funktionellen Ergebnisse deutlich verbessern kann.
  • Schulter und Sportmedizin: Dank der innovativen MyShoulder-Technologie wuchs der Umsatz um 44.0% auf EUR 35.7 Mio. Zudem verschafft die Akquisition von Parcus-Medical den Zugang zu US-Produktionskapazitäten und Vertriebskanälen.
  • Wirbelsäule: Zum Umsatzplus von18.7% auf EUR 28.5 Mio trugen insbesondere die firmeneigenen Technologien MySpine und NextAR Spine bei, die Chirurgen dabei unterstützen, die optimale Operationsstrategie zu entwerfen.

Angesichts dieser Dynamik erhöhte Medacta für 2025 die Guidance zum Umsatzwachstum auf 16-18% (zuvor 13-15%) und für die EBITDA-Marge auf 28% (27%). Mittelfristig (2024-2027) strebt das Unternehmen ein jährliches Wachstum von 10-14% (zuvor tief zweistellig) bei einer EBITDA-Marge von 28.0% (27.1%) an. Das Management sieht derzeit keine Auswirkungen durch die US-Zollpolitik, hält sich aber Optionen offen, um potenzielle Handelsrisiken mit überschaubaren Zusatzinvestitionen abzufedern.

Wir erachten die abgegebenen Prognosen als machbar und realistisch. Bei einem geschätzten P/E 26e von 29.9x ist die Aktie Medacta mit einem deutlichen Discount zum historischen Mittelwert bewertet.

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