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5.1.2026

SKAN: kurzfristige Delle, langfristig überzeugende Wachstumsperspektiven

Skan ist Weltmarktführerin im Bereich High-end-Isolatoren für die aseptische Abfüllung biopharmazeutischer Wirkstoffe. Strukturelle Wachstumstreiber sind der anhaltende Trend zu subkutan verabreichten Arzneimitteln sowie die fortschreitende Verlagerung der Produktion von klassischen Reinräumen hin zur überlegenen Isolatortechnologie. Die technologische Führungsposition, kombiniert mit hohen regulatorischen Anforderungen, schafft substanzielle Markteintrittsbarrieren.

Seit der Kotierung an der SIX im Oktober 2021 ist es Skan gelungen, den Umsatz von CHF 234.3 Mio auf CHF 361.3 Mio (CAGR 21-24: 15.5%) zu steigern und den Gewinn von CHF 21.4 Mio auf CHF 40.8 Mio (CAGR 21-24: 24.0%) beinahe zu verdoppeln.

Im ersten Halbjahr 2025 enttäuschte Skan allerdings die Erwartungen der Investoren mit einem deutlichen Ergebnisrückgang. Infolge von Projektverschiebungen bei grossen Impfstoff- und GLP-1-Fülllinien sank der Nettoerlös um 17.8% auf CHF 134.6 Mio. Die reduzierte Kapazitätsauslastung sowie hohe Investitionen in strategische Wachstumsinitiativen führten zu einem Einbruch des EBITDA auf CHF 0.9 Mio, nach CHF 21.5 Mio im Vorjahreszeitraum. Auf der Bottom-Line resultierte ein Verlust von CHF 8.3 Mio.

Demgegenüber stieg der Auftragseingang um 20.2% auf CHF 213 Mio, getrieben durch die zunehmende Nachfrage nach High-end-Isolatoren und ADC -Fülllinien. Der Auftragsbestand erreichte mit CHF 386.4 Mio einen historischen Höchststand und bildet damit eine solide Grundlage für ein beschleunigtes Umsatzwachstum in den kommenden Jahren.

Gleichzeitig mit der am 6. November abgegebenen Gewinnwarnung für das Geschäftsjahr 2025 bestätigte das Management die mittelfristige Guidance. Angestrebt wird ein Umsatzwachstum im mittleren bis oberen Zehnprozentbereich sowie eine schrittweise Ausweitung der EBITDA-Marge in den oberen Zehnprozentbereich, mit Potenzial für weitere Steigerungen. Der Markt reagierte dennoch empfindlich auf die kurzfristig tieferen Gewinnerwartungen: Der Aktienkurs fiel von CHF 70.20 bei Präsentation der Halbjahreszahlen auf CHF 52.80 zum Jahresende.

Der Analystenkonsens rechnet angesichts des rekordhohen Auftragsbestands und des weiterhin robusten Auftragseingangs für das Geschäftsjahr 2026 mit einem Umsatzanstieg auf CHF 414.4 Mio (2024: CHF 361.3 Mio). Das EBITDA dürfte sich mit geschätzten CHF 57.0 Mio infolge höherer Auslastung und fortschreitender Projektabwicklungen wieder deutlich in Richtung der mittelfristigen Zielmarge entwickeln.

Aus unserer Sicht stellt Skan eine attraktive Möglichkeit dar, um am strukturellen Wachstum im Medtech-Sektor mit einem klaren Marktführer zu partizipieren. Auf Basis eines für 2026 geschätzten P/E von 31.5x wird die Aktie derzeit mit einem substanziellen Bewertungsabschlag gegenüber den Vorjahren gehandelt.

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3.12.2025

Dottikon ES: überzeugendes Halbjahresergebnis und starker Wachstumsschub in Sicht

Die Herstellerin von Pharmawirkstoffen erzielte im ersten Geschäftshalbjahr 2025/2026 ein beeindruckendes Umsatzwachstum von 24.9% auf CHF 196.1 Mio. Wesentlich hierzu beigetragen haben die vier neuen Wirkstofftrocknungsanlagen, die nach behördlicher Abnahme sukzessive hochgefahren wurden. Zusätzlich profitierte Dottikon ES von Vorbezügen einzelner Kunden im Zusammenhang mit Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik.

Da der Personalaufwand mit CHF 50.7 Mio (+9.2%) deutlich weniger stark zunahm als der Umsatz, stieg der EBITDA überproportional um 45.4% auf CHF 69.3 Mio. Der EBIT legte um 50.0% auf CHF 56.0 Mio zu. Die EBIT-Marge verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr von 23.8% auf 28.6% – ein im Sektorvergleich überdurchschnittlicher Wert (Bachem 21.4%, Lonza 17.3%, Siegfried 14.5%). Unter dem Strich resultierte ein Halbjahresgewinn CHF 47.6 Mio (+47.7%).

CEO Markus Blocher sieht das Unternehmen gut auf Kurs, die bis 2026 angestrebte Verdoppelung der Produktionskapazitäten zu erreichen. Starker Wachstumstreiber ist hierbei die neue Mehrzweckanlage für die Grossmengenproduktion von Pharmawirkstoffen. Zurzeit läuft die Inbetriebnahme der ersten Produktionslinie zur Qualifizierung der Anlagen und Validierung der Herstellprozesse. Nach erfolgreicher Zertifizierung werden die vier Linien schrittweise bis Ende 2026 Jahr hochgefahren. Da die Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe in der Regel mehrere Monate benötig, wird sich der Produktionsausbau im Ergebnis des laufenden Geschäftsjahrs allerdings noch nicht niederschlagen.

Das Management bestätigte, dass die neuen Kapazitäten in erster Linie dazu dienen, den bestehenden Nachfrageüberhang abzubauen und mit bereits vorliegenden Aufträgen ausgelastet werden. Den laufenden US-Zollverhandlung sieht das Unternehmen gelassen entgegen, da ein möglicher Zoll auf Wirkstoffe von 10% sich lediglich mit 0.5% bis 2.0% auf die Medikamentenkosten auswirke. Zudem bedarf die Erstellung und Qualifizierung einer neuen Wirkstoffanlage vor Ort eine Vorlaufzeit von sechs bis zehn Jahren, wodurch kurzfristige Verlagerungen kaum realistisch sind.

Dottikon ES ist ein Unternehmen mit starker Umsatz- und Gewinnentwicklung sowie hoher Cashflows aus Betriebstätigkeit. Zwecks Finanzierung der Erweiterungsinvestitionen wird konsequent auf eine Dividendenausschüttung verzichtet. Unseres Erachtens ist Dottikon ES mit einem geschätzten P/E 25/26e von 32.4x eine attraktive Wachstumsaktie.

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3.10.2025

Plazza: Fokus auf Wohnimmobilien – mit zuverlässiger Wachstumsstrategie

Das durch Abspaltung aus dem Mischkonzern Conzzeta entstandene Immobilienunternehmen überzeugt durch ein attraktives Portfolio an Entwicklungsliegenschaften, eine starke Eigenkapitalbasis und dynamisches Wachstum. Nach dem Börsengang konnte Plazza von 2016 bis 2024 den Liegenschaftenertrag von CHF 14.8 Mio auf 33.0 Mio mehr als zu verdoppeln und das Eigenkapital je Aktie von CHF 256 auf 360 steigern. Mit einer Eigenkapital-Quote von 60.9% und lediglich 25.1% verzinslichem Fremdkapital verfügt das Unternehmen über eine ausserordentlich solide Finanzierungsbasis. Damit ist Plazza in der Lage, Marktchancen flexibel zu nutzen und Entwicklungsprojekte ohne Kapitalerhöhung zu realisieren.

Im ersten Halbjahr 2025 trug die Fertigstellung der ersten Bauetappe in Crissier zu einem Anstieg des Liegenschaftenertrags um 31.9% auf CHF 19.7 Mio bei. Rund 85% der Mieterträge stammen aus dem Segment Wohnen, mit Schwerpunk auf zentrumsnahen Lagen in Zürich und Lausanne. Dank tieferen Diskontierungssätzen sowie höheren Ertragserwartungen resultierte ein Neubewertungserfolg von CHF 19.4 Mio (VJ: 14.5 Mio), während das EBIT um 36.5% auf CHF 35.2 Mio zulegte. Der Gewinn stieg um 23.5% auf CHF 25.3 Mio.

Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Plazza unverändert ein Wachstum des Betriebsergebnisses vor Abschreibungen und Neubewertungen von 10-15% (VJ: CHF 26.2 Mio). Langfristig strebt das Unternehmen mit drei Entwicklungsliegenschaften bis Ende des Jahrzehnts eine Ausweitung des Liegenschaftenertrags auf über CHF 55 Mio (2025: 39 Mio erwartet) an.

  • Affoltern am Albis: Die Baugenehmigung ist erteilt, der Baubeginn für 2026 geplant. Bei Investitionen von CHF 65-75 Mio wird für 92 Wohnungen mit einem Mietzinspotenzial von >CHF 3 Mio gerechnet.
  • Regensdorf: Auf dem ehemaligen Industriegebiet nördlich des Bahnhofs ist von 250 Wohnungen, bei Investitionen von CHF 220-240 Mio ein Mieterlös von >CHF 9 Mio zu erwarten. Der Gestaltungsplan wurde genehmigt. Das Management ist zuversichtlich, im kommenden Jahr mit Erteilung der Baubewilligung starten zu können.
  • Crissier: Der Baubeginn der zweiten Etappe ist auf frühesten 2028 zurückgestellt. Bei Investitionen von CHF 75-85 Mio und einer Stockwerkeigentumsquote von etwa 20% liegt das Mietzinspotenzial bei CHF 4 Mio.
  • Zürich: Von der bereits angelaufenen Kernsanierung der 466 Wohnungen der Bestandesliegenschaften «Im Tiergarten», mit Investitionen von CHF 120 Mio, ist eine Zunahme des Mietertrags um etwa 3% der getätigten Investitionen zu erwarten.

Plazza kombiniert ein robustes Geschäftsmodell mit einer klaren Wachstumsperspektive und ist damit insbesondere für langfristig orientierte Investoren interessant. Mit einem für 2026 geschätzten Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1.0x notiert die Aktie nahe am Buchwert – ein Hinweis auf eine faire Bewertung mit zusätzlichem Upside-Potenzial.

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16.9.2025

Medacta liefert starke Ergebnisse – schraubt Wachstumsziel nach oben

Das seit 2019 an der SIX kotierte Orthopädieunternehmen überzeugt mit einem regelmässig deutlich über dem Marktdurchschnitt liegenden Wachstum. Treiber dieser Entwicklung sind präzise auf die Anatomie der Patienten abgestimmte Implantate sowie ein umfassendes Fortbildungsprogramm, das Chirurgen in minimalinvasiven Operationstechniken schult.

Im ersten Halbjahr 2025 steigerte Medacta den Umsatz um 19.8% auf EUR 344.1 Mio. Dank Skaleneffekten, höherer Effizienz und gesenkter Vertriebskosten legte das bereinigte EBITDA überproportional um 27.5% auf EUR 98.8 Mio zu. Die EBITDA-Marge verbesserte sich damit von 26.9% auf 29.6%. Der Reingewinn sprang um 58.0% auf EUR 60.0 Mio, was neben dem starken operativen Ergebnis auch auf einen vorläufigen Gewinn aus dem vorteilhaften Kaufpreis der Parcus-Medical zurückzuführen ist.

Alle Geschäftsbereiche trugen mit zweistelligen Wachstumsraten zum erfreulichen Ergebnis bei.

  • Hüfte: Der Umsatz stieg um 11.5% auf EUR 137.0 Mio. Wesentlicher Treiber war die Amis-Plattform (Anterior Minimally Invasive Surgery), die durch ihren muskelschonenden, minimal-invasiven Zugang eine schnellere Rehabilitation nach der Operation ermöglicht.
  • Knie: Dieser Bereich erzielte ein kräftiges Wachstum von 23.8% auf EUR 143.0 Mio. Dies ist vor allem der zunehmenden Verbreitung der Myka-Technologieplattform zuzuschreiben, deren Knieimplantat mit individueller Anpassung an die Patienten die funktionellen Ergebnisse deutlich verbessern kann.
  • Schulter und Sportmedizin: Dank der innovativen MyShoulder-Technologie wuchs der Umsatz um 44.0% auf EUR 35.7 Mio. Zudem verschafft die Akquisition von Parcus-Medical den Zugang zu US-Produktionskapazitäten und Vertriebskanälen.
  • Wirbelsäule: Zum Umsatzplus von18.7% auf EUR 28.5 Mio trugen insbesondere die firmeneigenen Technologien MySpine und NextAR Spine bei, die Chirurgen dabei unterstützen, die optimale Operationsstrategie zu entwerfen.

Angesichts dieser Dynamik erhöhte Medacta für 2025 die Guidance zum Umsatzwachstum auf 16-18% (zuvor 13-15%) und für die EBITDA-Marge auf 28% (27%). Mittelfristig (2024-2027) strebt das Unternehmen ein jährliches Wachstum von 10-14% (zuvor tief zweistellig) bei einer EBITDA-Marge von 28.0% (27.1%) an. Das Management sieht derzeit keine Auswirkungen durch die US-Zollpolitik, hält sich aber Optionen offen, um potenzielle Handelsrisiken mit überschaubaren Zusatzinvestitionen abzufedern.

Wir erachten die abgegebenen Prognosen als machbar und realistisch. Bei einem geschätzten P/E 26e von 29.9x ist die Aktie Medacta mit einem deutlichen Discount zum historischen Mittelwert bewertet.

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